Noch einige Worte über das in dieser Webpage oft verwendete Symbol von Yin und Yang. Meine Frau hat dieses bekannte Symbol etwas anders gestaltet als es uns von der chinesischen Philosophie her bekannt ist. Dort ist es schwarz und weiß.

     Sicherlich hat auch schwarz und weiß eine signifikante Bedeutung. Aber ich empfinde schwarz und weiß mehr gegensätzlich als rot und schwarz. Meine Frau und ich haben uns also die Freiheit genommen, dieses Symbol etwas zu ändern. Den Anstoß dazu gab sicherlich unser Leben in Neuseeland. Denn bei den Maori ist die rote Farbe das Symbol für das Weibliche und die schwarze Farbe für das Männliche. Und zudem erfuhr ich noch bei meinen Studien über unsere eigene keltische Vergangenheit, dass auch bei den Kelten diese beiden Farben dieselbe Bedeutung hatten! Das von meiner Frau entworfene Symbol zeigt nach unserer Meinung viel mehr Dynamik und ist somit gleichzeitig auch ein Symbol für das sich ständige Ändern von Allem, was auch eine wesentliche Erkenntnis aus dem Prinzip der Polarität ist.

     Nun sind wir zwar bei der Bedeutung von männlich und weiblich gelandet, jedoch muss ich unbedingt darauf verweisen, dass  dies nicht die       wichtigste oder gar einzige Bedeutung von Yin und Yang ist. Männlich und Weiblich ist  nicht DIE Polarität schlechthin, sondern vielmehr ein Ausdruck oder ein Ergebnis einer viel weiter reichenden und alles umfassenden Polarität. Andere ebenso typische Beispiele wären Tag und Nacht, hell und dunkel, heiß und kalt, schön und hässlich, Liebe und Hass, Freude und Schmerz, Ein- und Ausatmen und vieles mehr. Und wie schon  weiter oben ausführlicher behandelt: Werden und Vergehen. Dieses Letztere ist wohl die grundlegende und wirklich alles umfassende Polarität.

Es kann keinen Tod ohne die Geburt geben. Und sogar umgekehrt stimmt diese Aussage: Es  kann kein Leben ohne das Vergehen und den Verfall geben! Alles Leben entspringt einem Verfall, entspringt dem Tod. Keine Pflanze kann wachsen, ohne dass Millionen Bakterien  abgestorbene oder absterbende Pflanzen oder Tiere wieder aufbereiten und den neu wachsenden. Pflanzen zugänglich machen. Somit erschafft der Tod immer wieder neues Leben!

      Diese Weisheit war unseren Vorfahren sehr bewusst. Viele Götter oder Göttinnen symbolisieren gleichzeitig die Geburt UND den Tod! Auch die Sexualität ist diesen Göttern oft zugeordnet, als ein Prinzip des Lebens. Hier sehen wir, dass diese damaligen Kulturen viel mehr vom Leben wussten als wir heute, die wir einseitig nur das Geistige (Göttliche) als das wahre Leben betrachten. Für unsere Vorfahren war der Tod kein Widerspruch zum Leben oder zur Sexualität (Z.B. Inanna bei den Sumerern, Morrighan bei den Kelten und viele andere!)

      Obwohl ich soeben sagte, Yin und Yang seien nicht nur das Symbol für Männlich und Weiblich, so muss ich doch darauf hinweisen, dass es in der Beziehung von Mann und Frau und somit für das Alltagsleben eigentlich aller Menschen von großer Bedeutung ist. Die dualistische Sichtweise des Trennens hat leider auch die Geschlechter getrennt. Warum gibt es heute (und nicht nur heute!) so viel Streit und Missverständnisse zwischen Mann und Frau? Ist dies nicht völlig gegen das Gesetz der Polarität? Nämlich dass sich zwei verschiedene Kräfte und Energien ergänzen und sich sogar benötigen? Wäre nicht der Friede in der Welt viel leichter zu erreichen, wenn wir im persönlichen und im familiären Bereich dieses Gesetz erkennen und beachten würden?

      Aus diesen Überlegungen heraus habe ich in meinem Buch „Yin und Yang richtig verstehen" die Beziehung der Geschlechter ganz besonders ausführlich behandelt.

Darüber hinaus habe ich noch zwei weitere Schwerpunkte gesetzt: Die Einflussnahme der dualistischen christlichen Lehre auf das Abendland unter sehr kritischer Betrachtung der Bibelaussagen, den Auslegungen, Dogmen und Lehren und der daraus folgenden Konditionierung des westlichen Denkens. Als weiteren Schwerpunkt behandle ich die Frage nach dem Wesen von Religionen und warum der Mensch überhaupt Religionen braucht und sie entwickelt hat. Ich kann Ihnen versprechen, dass Sie hier sehr interessante Antworten finden werden!

      In der New-Age-Bewegung und ganz grundsätzlich in allen esoterischen Strömungen geht es um ein „Weiterentwickeln", um ein „Sich-Vervollkommnen" und/oder zur Erreichung eines reinen geistigen Zustandes. Dies wird als Antwort auf die Sinnfrage des Lebens und unserer Existenz betrachtet. Man meint, man sei deshalb erschaffen worden, um nach dem Tode nur noch rein geistig zu existieren und trachtet deshalb schon im jetzigen Leben danach, dieses Ziel so gut und so bald wie möglich zu erreichen. Insofern sind auch diese modernen Strömungen nichts anderes als die alten Weltreligionen! Nämlich geprägt von dem Wunsch nach einem ewigen spirituellen Dasein des Individuums.

      Wie sollte jedoch eine Weiterentwicklung möglich sein und überhaupt Sinn machen, wenn das Grundprinzip allen Seins das Werden UND das Vergehen ist? Ist es nicht ein Unding, den Tod überwinden zu wollen und nur einseitig nach einem nur spirituellen Sein zu trachten? Ist das nicht so, als würde man nur immer im Tag leben wollen? Ja, dies wird sogar ausgesprochen: Man will zum Licht! Jedoch gibt es kein Licht ohne die Dunkelheit! - All dieses Denken ist aus einem Ungleichgewicht entstanden und aus der Wertung nach Gut und Böse. Gut und Böse jedoch sind reine menschengemachte Wertungen. In de Natur gibt es nichts dergleichen! Der Löwe tötet nicht die Gazelle, weil er böse ist, sondern weil er hungrig ist. Und das Töten macht Sinn, denn es trägt gleichzeitig zu einer gesunden und lebensfähigen Population der Gazellen bei. Das weiter auszubreiten wäre ein Thema für sich. Ich wollte nur kurz das vom Menschen erfundene Denken im Bereich von Gut und Böse als typische dualistische Denkweise ansprechen.

     Sicherlich wird der Mensch danach streben, sich im Laufe des Lebens zu vervollkommnen, viele Dinge ständig zu lernen und somit das Leben besser in den Griff zu bekommen oder angenehmer zu gestalten. So wie es Individualitäten gibt und diese eine Realität sind, so ist auch ein ständiges Streben nach einer Entwicklung zum Besseren nicht falsch. Ja, sie ist sogar notwendig! Jedoch endet letzten Endes alles wieder für das Individuum mit dem Tod. Was nicht bedeutet, dass man etwas hinterlassen kann. Dass man etwas an Andere weitergeben kann, das nutzbringend sein wird. Dies sollte der eigentlich Sinn des Lebens sein! Mitzuhelfen, dass ein Leben sowohl jetzt in der Gegenwart, wie auch in der Zukunft nicht nur für uns, sondern für Alle angenehm und lebenswert sein kann.

      Wie nun mehrmals erwähnt, geht es in meinem Buch „Yin und Yang richtig verstehen" in erster Linie um das Wesen der Polarität. In meinem Buch „Besteht Materie ewig?" geht es nicht so sehr um die Grundprinzipien der Polarität, sondern um die Auswirkungen. Es werden insbesondere die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft auf die Auswirkung eines neuen Verstehens der Welt angesprochen

     Auch wird in diesem Buch die Frage nach einem spirituellen Weg und religiösen Vorstellungen behandelt. Es wird untersucht, ob diese neuen Erkenntnisse im Gegensatz zu Religionen stehen und zu einer spirituellen Weltsicht. Die moderne Wissenschaft kommt einem offenen spirituellen Weltbild wesentlich näher als den meisten Religionen. Nur wenn diese sich auf  diese neuen Erkenntnisse einstellen können, werden sie weiterhin existieren können. Zwar ist die Quantenphysik noch nicht im Bewusstsein der meisten Menschen. Jedoch wird die Wissenschaft in Zukunft die Welt und das vorherrschende Weltbild verändern, so wie damals die Erkenntnis, dass die Erde keine Scheibe ist, ebenfalls eine sehr entscheidende Wende auch im religiösen Bereich verursacht hat. Alles braucht

jedoch sein Zeit und wir dürfen nicht erwarten, dass die Welt morgen schon anders gesehen wird. Ich bin jedoch sicher, dass wir ein friedlicheres Leben führen können, wenn wir uns von Gedankenkonstrukten abwenden und uns mehr nach dem richten, was wir täglich sehen und erleben können. Die Abkehr vom egozentrischen Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiter existieren will. Ich denke, nur die Harmonie, das Gleichgewicht, die Abkehr von einer Einteilung nach Gut und Böse, das Verständnis, dass wir zwar alle Individuen, jedoch trotzdem verbunden und voneinander abhängig sind, wird ein besseres Leben ermöglichen! 

     Gut und Böse als Wesenheiten gibt es nicht. Jedoch gibt es Menschen, die Gutes tun und

Menschen, die Böses tun. Auch das ist wieder mal kein Widerspruch zur Aussage: Das Gute und das Böse gibt es nicht!                               




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