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Grundsatzgedanken zur Polarität |
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Der Begriff der Polarität ist aus dem Bereich der Naturwissenschaften (Physik und Chemie) bekannt und für den Bereich der Philosophie aus diesen Bereichen entlehnt. Jeder weiß zum Beispiel über den Magnetismus Bescheid oder über die beiden Pole beim elektrischen Strom. Diesen Begriff auch im philosophischen Kontext zu verwenden ist noch relativ jung. Goethe, Schlegel und Hegel verwendeten ihn wahrscheinlich als Erste in diesem Zusammenhang. Zu dieser Zeit wurde allerdings die Polarität als ein Prinzip in der Natur betrachtet und nicht als ein allumfassendes Prinzip des Seins schlechthin. Die christliche Lehre wagte damals kaum jemand zu hinterfragen - und wenn jemand seine Zweifel hegte, dann wurden diese nicht öffentlich klar und deutlich ausgesprochen. . Die Vorstellung, dass Gott der Schöpfer der Materie sei und ewig war und sein wird, wurde möglicherweise auch von Goethe kaum angezweifelt. Somit liegt es auf der Hand, dass Gedanken, die sich mit dem Wesen der Polarität auch über die Materie hinaus befassten und somit das sich gegenseitige Bedingen auch hier Anwendung finden könnte, gar nicht erst aufkommen konnten. Denn diese Gedanken stehen im deutlichen Widerspruch zur Schöpfungsgeschichte durch einen der Schöpfung übergeordneten Gott. Auch Yin und Yang wird meistens in der westlichen Welt nur als männliche und weibliche Energie betrachtet und nicht als ein Prinzip des Seins schlechthin. Hierbei wird oft davon ausgegangen, dass die Trennung von Yin und Yang irgend einmal, wenn es keine Materie mehr geben wird und alles nur noch ein geistiges Sein ist, wieder zu einer Einheit wird. Dabei übersieht man, dass gerade das chinesische Zeichen von Yin und Yang in sehr eindringlicher Weise die Einheit in der Zweiheit darstellt und somit die Frage nach einer Einheit im Sinne von Gleichmacherei gar nicht relevant sein kann. Man ist so in dem dualistischen Denken der Trennung gefangen, dass man in der Tat nicht sehen kann, dass Yin und Yang NICHT getrennt sind, sondern in sich die Einheit bilden. Auch wenn diese Einheit aus zwei Elementen besteht, so ist es trotzdem gleichzeitig EINS. Die westlichen Menschen haben infolge der angesprochenen Prägung des Denkens offensichtlich hier ganz erhebliche Probleme, das Prinzip von Yin und Yang wirklich zu verstehen, so wie es LaoTse und die Chinesen vor 2500 Jahren gesehen und verstanden haben. Im Westen stellt man sich die Einheit als homogen vor. Dass die Einheit auch aus zwei oder sogar aus vielen Elementen bestehen kann, wird im westlichen Denken, das von einem „Entweder - Oder" ausgeht, kaum verstanden. Man strebt nach einem NUR geistigen Sein oder erwartet es zumindest nach dem Tode. Heute wird sehr oft von einer absoluten Gleichheit gesprochen und diese angestrebt. Auch Männer und Frauen sollen möglichst gleich sein. Nein, nicht nur gleich in der Wertschätzung, sondern homogen soll alles gleich sein. Dass Männer und Frauen gleichwertig sind, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Dass sie jedoch gleich sind, ist unmöglich. Das Leben ist ein Produkt eines Spannungsfeldes zwischen zwei Polen. Eine Gleichmacherei ist unmöglich. Im Bereich des Verstehens der neuen Philosophie der Polarität wimmelt es nur so von Missverständnissen aus diesen Gründen. Obwohl es so aussieht, als wären diese Gedanken gar nicht so extrem neu und obwohl es so aussieht als wäre Yin und Yang eine Selbstverständlichkeit und jedermann würde dieses Prinzip ohne Weiteres verstehen, so ist es doch so, dass es ein grundlegend anderes Weltbild als das dualistische christliche (oder auch moslemische oder jüdische) Weltbild ist. Aber lassen wir vorerst mal diese vielen Feinheiten und Fragen offen. Die noch recht junge Philosophie der Polarität ist mit der christlichen dualistischen Lehre nicht zu vereinbaren und deshalb wird es noch ein Weile dauern, bis man überhaupt verstehen wird, was Polarität bedeutet. Jedoch kommen immer mehr Stimmen auf, die von der Polarität sprechen. Immerhin hat in den letzten Jahren schon Wikipedia den Begriff der philosophischen Bedeutung der Polarität wie folgt erklärt: Polarität ist ein Ausdruck der Philosophie für das Verhältnis sich gegenseitig bedingender Größen. Im Unterschied zum Dualismus geht es bei der Polarität um ein komplementäres Verhältnis von Gegensätzen. Im deutschen Idealismus, einer philosophischen Strömung, findet der Begriff Polarität besonders Verwendung bei Schelling und Hegel. So spricht Hegel von der Polarität als „von einem Unterschiede, in welchem die Unterschiedenen untrennbar sind" (in: Hegel, Logik I, 11). Wichtig ist die Aufdeckung einer polaren Struktur in der dialektischen Bewegung aus dem Prinzip von Einheit und Trennung der Gegensätze (vgl. Widerspruch (Dialektik)). In der chinesischen Philosophie ist die Polarität (Taiji) ein zentraler Begriff. Insbesondere im Daoismus wird eine von polaren Gegensätzen (Yin und Yang) besonders betont. PolaEinheit rität besagt, dass jeder Aspekt dieser Welt aus einem Gegensatzpaar besteht: hell - dunkel, kalt - heiß, schwarz - weiß, Mann - Frau, Liebe - Hass, arm - reich, krank - gesund, u.s.w., wobei keine Wertung vorgenommen wird. Kein Pol ist gut oder schlecht. Die Pole sind die zwei gegenüberliegenden Enden derselben Sache, untrennbar zu einer Einheit verbunden. Sie bedingen einander. Es gibt keinen Tag ohne Nacht, kein heiß ohne kalt, keine Armut ohne Reichtum. Erst durch die Polarität wird Vielfalt möglich. Sie eröffnet einen Handlungsspielraum mit unendlichen Möglichkeiten. (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Polarit%C3%A4t_(Philosophie) Über den Dualismus sagt Wikipedia: Der Dualismus (von lateinisch duo: „zwei") ist in der Philosophie die These von der Existenz von zwei einander ausschließenden Arten von Entitäten, d. h. Erscheinungsformen. (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Dualismus_(Philosophie)) Somit ist aus diesen beiden kurzen Auszügen sehr deutlich der Unterschied von Dualismus und Polarität erklärt. Im Dualismus geht es um unvereinbare und sich gegenseitig ausschließende Gegensätze, in der Polarität um eine sich bedingende und sich ergänzende Zweiheit, welche zusammengenommen immer eine Einheit bildet. Wobei ich hier einflechten will, dass die Zweiheit in diesem Kontext nicht dasselbe ist wie die sogenannte „zweiwertige Logik", welche der mehrwertigen Logik entgegensteht. Die Vielfalt wird durch die Polarität nicht ausgeschlossen, sondern ist sogar eine Folge der Polarität. Ich will nun jedoch nicht noch mehr im theoretischen philosophischen Bereich verweilen, sondern ganz konkret das Wesen der Polarität aus den im täglichen Leben erkennbaren Gesetzmäßigkeiten erklären. Ich sagte weiter oben, dass die Polarität nicht nur im materiellen Bereich ein allumfassendes Prinzip ist, sondern auch darüber hinaus, also auch im spirituellen Bereich gilt. Mit dieser Aussage betreten wir allerdings den Bereich des Glaubens. Denn niemand kann mit absoluter Sicherheit nachweisen, dass es so etwas wie Spirit (oder Gott, Götter, das Göttliche oder Geist im Sinne von Spirit) gibt. Ebenso kann niemand das Gegenteil beweisen. Ich will deshalb die Frage nach dem auch über die Materie hinausreichenden Gesetz der Polarität als Glaubensfrage oder als These stehen lassen und sie weder mit JA noch mit NEIN beantworten. Diese Fragen kann jeder für sich selbst beantworten - oder auch nicht und sie einfach als das „Unbekannte" stehen lassen. Jedoch selbst wenn wir nicht so weit gehen wollen und nicht nach einem über die Materie hinausreichenden Gesetz forschen wollen, zeigt uns das Leben in sehr eindringlicher Weise, dass es ein Prinzip gibt, das im ganzen Universum Gültigkeit hat. Dieses Gesetz ist die Polarität von Leben und Sterben, Werden und Vergehen. Oder Geburt und Tod. Jeder Mensch kann dies erkennen. Dazu brauchen wir keinen Glauben, keine Religion, keine Gedankenkonstrukte. Es gibt nichts im Universum, das nicht diesem Gesetz unterliegt. Früher dachte man wohl, dass die Sterne und die Sonne ewig sein werden. Heute zeigt uns die moderne Wissenschaft ein ganz anderes Bild. Nämlich dass selbst die Sterne, ja ganze Galaxien einmal entstanden sind und wieder verschwinden werden. Dass es hierbei sehr verschiedene Zeiträume gibt, ist wohl klar. Wenn wir über diese Dinge sprechen, werden wir nicht ganz umhin kommen, auch den Zeitbegriff näher zu erläutern. Ich habe dieses Thema deshalb in meinem Buch „Yin und Yang richtig verstehen" auch kurz mitbehandelt. Auch die Quantenphysik zeigt uns, dass nicht der Dualismus maßgeblich ist, bei dem es um Trennungen und um voneinander getrennten und sogar als selbständig betrachteten Entitäten geht, sondern dass auch im subatomaren Bereich die Gesetze der Polarität bestehen. Nach diesen neuesten Erkenntnissen ist alles vernetzt. Nichts besteht für sich alleine und alles ist verbunden und beeinflusst sich ständig gegenseitig. Dies ist die eigentliche Schöpfung: Die ständige Veränderung, das ständige Werden und Vergehen, ohne Anfang und ohne Ende. In esoterischen Kreisen wird dieses Verbundensein mit Allem oft sehr falsch verstanden. Es wird als Gleichmacherei verstanden und alle haben sich lieb, umarmen sich und geben vor, eng verbunden zu sein in der Liebe. Das ist jedoch mit der aus wissenschaftlicher Seite kommenden Verbundenheit oder Beeinflussung von allem nicht gemeint. Denn wir sind trotz allem Individuen. Und nicht nur wir Menschen, sondern alles andere auch, selbst die fernen Sterne, der Stein, der Baum besteht nicht aus sich selbst heraus, sondern alles wird ständig von unzähligen Faktoren beeinflusst und ist nur aus dem Zusammenwirken der Vielfalt entstanden. Jedoch in der jetzigen (vergänglichen) Form ist alles eine Individualität. Selbstverständlich kann mich sich lieben und sich zusammengehörig fühlen. Aber dies geschieht immer noch als Individuen. Das ist nun wiederum kein Widerspruch zu der Aussage, dass alles vernetzt ist und sich alles ständig gegenseitig beeinflusst! Das aus dem Dualismus kommende Denken des Trennens hat uns dazu geführt, im „Entweder - Oder"- Schema zu denken. In diesem Schema des Trennens kann man sich schlecht vorstellen, dass es ein „Sowohl - als auch" gibt. Der Dualismus verhindert gewissermaßen ein anderes Denken. Der Dualismus ist ausschließlich. Daher kommt auch das Streben der monotheistischen Religionen nach der Ausbreitung und einem Alleinanspruch der sogenannten und vermeintlichen „wahren" Lehre! Dass man mit allem verbunden ist und somit abhängig von der Entwicklung von Allem, gleichzeitig jedoch ein Individuum ist, wird dann nicht verstanden. Auch wenn die Unterschiede zwischen Dualismus und Polarität auf den ersten Blick unwesentlich zu sein scheinen, so ist bei einem tiefer gehenden Durchdenken dieser Unterschiede schnell festzustellen, dass die beiden Weltbilder von grundsätzlicher Verschiedenheit sind und eine Gesellschaft, welche auf dem Grundsatz des Dualismus aufgebaut ist, vollkommen anders sein MUSS als eine Gesellschaft, die sich auf die Polarität gründet. Ich sprach zwar weiter oben davon, dass die Frage nach der Existenz einer spirituellen Seinsform eine reine Glaubenssache sei und ich diese Frage deshalb in meinen Abhandlungen ausgrenzen werde, so ist es trotzdem nicht von der Hand zu weisen, dass die Frage nach einem individuellen Weiterleben nach dem Tod sehr wesentlich davon beeinflusst wird, ob man sich die Weltordnung dualistisch oder nach den Grundsätzen der Polarität vorstellt. Insofern kann man wohl diese Fragen doch nicht absolut ausklammern, auch wenn man dann nicht weiter nach Antworten forscht und diese Dinge dem Glauben überlässt, so wird doch die Frage nach einer spirituellen Seinsform automatisch mit bei der Behandlung eines Weltbildes auftauchen. Der Mensch hat offensichtlich den Drang zu fragen, was nach dem Tode geschieht. Wenn man sich selbst im Mittelpunkt der Welt sieht, wie dies eine sehr häufige Folge des dualistischen Weltbildes ist, dann wird eine sehr wahrscheinliche Folge sein, dass man sich als ein individuelles geistiges Wesen betrachtet, das für immer weiter existent und nicht wirklich sterben wird. Aus diesem Drang nach der Wichtigkeit der eigenen Person sind viele Religionen entstanden und schließlich ist sicherlich sogar der Dualismus selbst letztendlich das Ergebnis aus diesem Wunschdenken. So ist ein Kreislauf entstanden: Religionen fördern den Dualismus (den Glauben an einen Schöpfergott) und gleichzeitig fördert dieser Glaube dann wiederum den Dualismus immer weiter! Die Frage, ob die Religion die Grundlage des Dualismus ist oder der Dualismus die Grundlage der Religion, wird schwer zu beantworten sein. Es ist wohl so wie mit der Frage, ob die Henne zuerst war oder das Ei! Warum die Menschen sich die Fantasiewelt der Religion und eines ewigen individuellen Lebens erschaffen, werde ich ebenfalls in dem schon genannten Buch „Yin und Yang richtig verstehen" aufgreifen und auf sehr interessante und überraschende Ergebnisse hinweisen! Um nochmals auf die Frage nach einer spirituellen Seinsform kurz einzugehen: Sicherlich kann man Mutmassen und aus dem, was wir im materiellen Bereich erleben können, Rückschlüsse auf eine mögliche spirituelle Seinsform schließen. Solange wir dies als Meinung oder Mutmaßung behandeln, ist nichts daran auszusetzen. So ist es für mein Verständnis sehr wahrscheinlich, dass Spirit sozusagen die „zweite Seite" der Materie ist. Und wenn wir sehen, dass Materie ständig in Veränderung ist, dann wird es wohl Spirit ebenso sein. Vielleicht ist Spirit das, was die Quantenphysiker als „Information" bezeichnen. Etwas, das wir nicht nachweisen, nicht mit materiellen Mitteln und Werkzeugen erforschen können. Denn wenn es gar nicht Materie ist, wie sollte man es dann mit materiellen Mitteln und somit auch mit unserem Intellekt (der ja letztendlich ein Produkt unseres Gehirns und somit Materie ist!) erfassen oder gar beweisen können? Zum Humanismus und zur Gestaltung einer menschlichen und lebenswerten Welt brauchen wir all diese vielen Glaubenskonstrukte nicht. Wir könnten ein besseres und friedlicheres Leben erschaffen, wenn wir aus der Einsicht handeln würden, dass dies nur dann möglich ist, wenn wir tolerant sind und wenn wir nicht nur an uns, sondern an die Menschheit und die Umwelt in der Gesamtheit denken und die Verantwortung für alles Geschehen mit übernehmen werden. Ich denke, dass die Einsicht, dass alles verbunden ist und dass alles sich gegenseitig beeinflusst, zu einem Umdenken und einer besseren Welt führen könnte. Die Philosophie der Polarität würde die richtige Grundlage für den Humanismus und eine neue und bessere Gesellschaft sein. |






